DAS RILKE-JAHR

Nach dem Kafka-Jahr 2025, in dem es nicht hat sein sollen, nach Prag zu fahren (was ich sehr gerne gemacht hätte). Nun also befinden wir uns im Rilke-Jahr. Ich möchte versuchen, wenigstem diesem für mich bedeutsamen Dichter einen Tag, einen Workshop oder eine „Aktion mit Herz“ zu widmen. Warum beginne ich nicht damit? Ja, heute noch will ich in die konkrete Planung gehen…
Im Mai wurde mir in dem Rainer Maria Rilke Insel-Kalender, den ich mir selbst geschenkt hatte, sein Gedicht präsentiert, das ich noch nicht gewürdigt habe:

Lass Dir jede Freude geschehen,
wie der Garten
an allen Alleen
wie ein Fest
sich den Frühling geschehen läßt,
Denn der Freuden sind viele –
sie warten
bist Du sie rufst zum Spiele.
Lass Dir jede Freude geschehen
welche auch immer Dir gescheh –
aber aus den sieben Wehen
wähle Dir Dein Weh!

Interessanterweise äußert Rilke sich zum Thema “Freude” und “Glück”, in einem Brief von 1914 an seine Freundin Marianne von Goldschmidt-Rothschild, wie folgt:

“Freude ist unsäglich mehr als Glück, Glück bricht über die Menschen herein, Glück ist Schicksal, Freude bringen Sie in sich zum Blühen, Freude ist einfach eine gute Jahreszeit über dem Herzen; Freude ist das Äusserste, was die Menschen in ihrer Macht haben.”

Dazu gäbe es, nach einer Phase stillen Genießens, Einiges zu sagen, zu schreiben, zu teilen. Sind Sie/bist Du dabei, wenn ich dazu zwei Angebote mache, die unabhängig von einander zu buchen sind? Ich bin gespannt und zuversichtlich. Ein kleiner Fingerzeig hier: Das Angebot zum Hineinspüren in den RILKE-TEXT stelle ich mir am Sonntag, 2.8., 10:30-12:30, nach dem gemütlichen Ausschlafen und Frühstücken oder einem kleinen Sportprogramm, vor; wer kleine Kinder oder Enkel hütet, dem gelingt es vielleicht, sich für gut zwei Stunden frei zu schaufeln. Ich versuche, einen angenehm gekühlten Raum mit Wasser und Saft aufzutreiben. Wenn Sie eine gute Raum-Idee haben, ich freue mich. In einem offenen und freundlichen Gespräch mit einer Veranstalterin erfuhr ich, unter welchem Druck Programmgestalter stehen, zum Beispiel konkrete Einsparungen zu erzielen. Ich erfuhr auch, dass kleine Bildungshäuser schließen.

WALDHAUS I

Heute hatte ich ein sehr schönes Gespräch mit Tina Degen: Ja, wir könnten entweder am Sonntag Abend um 18:00 beginnen oder am Montag mit Mittagessen um 13:00 bis Mittwoch nach dem Mittagessen 13:30. Wer hat überhaupt Interesse, und wer zieht welchen Beginn vor?

„Lass Dir jede Freude geschehen oder wähle Dir Dein Weh“: Begegnung, Beziehung und Lebenssinn. So oder Mo-Mi, 13./14.-16.9.2026. 
Eckdaten ab Sonntag: Kursgebühr 142 (100€ Lehrerin/42
€ Haus)
https://buddhismus-im-westen.de/aufenthalt/preise/
GUTE NACHRICHTEN! Wir haben das ganze Haus für uns und: Für uns würde ein Koch engagiert, damit wir wirklich zur Ruhe kommen. Bis kommenden Donnerstag, 2.Juli, soll ich Tina Bescheid geben, wo das Interesse größer ist. Ich werde übrigens auf jeden Fall dort sein. Das heisst, wer an ihrem oder seinem Text/Buchprojekt o.ä. oder ein Retreat zur Sammlung und braucht und schreiben lernen/weiterschreiben möchte, ist auch willkommen. Ich stehe mit Schreib-Coachings o.ä. zur Verfügung.

Die Nachwehen der Pandemie und die uns begleitenden „Sieben Wehen“, von denen Rilke im Gedicht oben spricht: Ich spüre sie an mir selber, an nahen und fernen Menschen, in unserem Land und erahne sie in der Welt, wozu ich den Planeten selber zähle: Mit allem Leben und Nicht-mehr-Leben oder Leben-unter-sehr-schwierigen Bedingungen. Mir, als Liebhaberin von Sprache(n), fallen dazu ein: Fachsprachen, Dialekte, Schriftsprache, Vortragssprache, die Sprache des Dialogs und der Verständigung. Sprache als Waffe bei bewussten Lügen, Manipulation, Anschwärzen, Sündenbock erschaffen. Die intime Sprache zwischen Liebenden und Zugehörigen. Die Sprache von Gebet, Klage, tiefster Not, der Anbetung, des Verlustes, des Nachrufs. Sprache ohne Worte. Behördensprache, Sprache des Vollzugs. Die Sprache der „Schwarzen Pädagogik“ und „Schwarzen Psychologie“ einer Johanna Harrer und vieler anderer, die ins selbe Horn tröteten.

WALDHAUS II

Bitte halte Dir den Termin 5.-8.11. (Do bis So) frei. Ich biete seit Jahren eine Mischung aus strukturgebenden, Zen-inspirierten Blöcken in Stille, einen von Herzen kommenden Austausch im Kreis und Zeit zum Schreiben kurzer, mittlerer und einem längeren Text an. Bei Zweifeln, ob Du dort richtig bist: Ruf‘ mich einfach an.
Die Atmosphäre im Waldhaus ist sooo haltend und nährend!

Diese Sprache des Kalten Herzes ist seit Covid wieder salonfähig geworden. Es ist ein Sprechen und Schreiben, das Trennung, Angst, Ekel, Süchte erzeugen soll und dies auch schafft. Die Sprache von Propaganda, Werbung, Dominanz, Einverleibung.

Solcher Sprache hatten und haben die Künstler*innen und Menschenrechtler, Großeltern und Klimaschützer (es geht auch um das Binnenklima!) etwas entgegenzusetzen. Kunst, Spiel, Philosophie, Erziehung und Bildung, verschiedene Psychotherapieformen und Schamanismus, Welt-Weisheitslehren, Lebenskunst, Mystik und Kontemplation. Unser Körper mit allen Organen: Ein System. Unser Körper unter/mit anderen, menschlichen und nicht-menschlichen Wesen: Ein weiteres System. Die Erde unter anderen Planeten…, unsere Religion unter anderen Religionen. Ertragen und trauen wir nur den bekannten Liedern, den eigenen Sprachlauten, dem eigenen Essen, den eigenen Sitten, Gebräuchen, Angewohnheiten?

Mitgefühl ohne Neugier? Ohne Übung im Mitschwingen? Ohne gutes Selbstwertgefühl? Wie wichtig sind Resonanzerfahrungen, die wir ständig machen werden und die unseren Horizont des Verstehens, wenn alles gut läuft in unseren Leben, sich wie von alleine erweitert? Mit „gut laufen“ meine ich, dass wir mehr mitschwingen, uns besser einfühlen können in eigenen und fremden Schmerz, in eigenes und fremdes Glück. Diese innere Arbeit, die uns in keiner Beziehung erspart wird, dient unserer Persönlichkeitsentwicklung und letztlich unserer Reifung.

Dass das Leben zu uns spricht, unsere ‚Höhere Macht’, unser ‚Höheres Selbst‘, ein Kunstwerk, eine Mahlzeit, ja, buchstäblich alles uns ansprechen kann oder auch nicht, macht die Schönheit und Erfüllung unseres Lebens aus, unserer Kreativität und Lebendigkeit. Auch lassen uns diese Erfahrungen gelegentliche oder andauernde Einsamkeit leichter ertragen oder wir bewerten sie sogar um und wertschätzen das Alleine-Sein neu.

SEMINAR- UND BILDUNGSHÄUSER ODER ZOOM

In den Sommermonaten werde ich in den sauren Apfel beißen und fast nur online-Angebote machen (Zoom). Nicht, dass ich das nicht kann, auch bei Einzelterminen. Ich bin ziemlich gut drin geworden, Leichtigkeit und eine spielerische Atmosphäre neben der Notwendigkeit eines sicheren Raumes, anzubieten und zu halten. Ich bin einfach traurig über den damit verbundenen Verlust an Übergängen, an herzlichen Berührungen und dem Teilen körperlicher Erfahrungen (miteinander Mahlzeiten einnehmen, kurze Gespräche führen auf den Wegen von A nach B) und über einige methodische Einbußen. Vielleicht ist es bei großer Hitze sogar besser – wenn man nicht gerade ein Luxushotel mit Pool bewohnt -, im gewohnten, häuslichen Rahmen bleiben zu können. Spaziergänge lassen sich mühelos integrieren, Körperübungen können wir am Bildschirm machen, Einzelgespräche und Dyaden sind am Bildschirm oder Telefon oder in Break-out-Gruppen befriedigend zu gestalten.

Trotzdem bin ich dankbar für Tipps (für das kommende Jahr), bis dahin denke ich bei kleinen Gruppen, die ich eher bislang leitete (seit Covid) eher an Ferienwohnungen in schöner Umgebung, mit nahem Gasthaus, Restaurant, Supermarkt. Ich finde es entlastend – und für Teilnehmer*innen gilt das auch -, mehrere Jahre hintereinander ungefähr zu den selben Zeiten an denselben Ort zu fahren.

Wer sich für Meditation, Achtsamkeit und mehr interessiert, schreibt mich bitte an (m.winkelmann-schreiben@web.de). Da ist mehr möglich, als Du vielleicht denkst – sowohl vom Format wie vom Inhalt her. Es gibt eine buddhistisch-philosophische und körpertherapeutische Herangehensweise, mit der ich meinen eigenen langen Übungsweg anreichere. Dazu gehören Kreisgespräche und Dyaden sowie ein alltagsnahes, spielerisches Herangehen an Übungen der Achtsamkeit und Ethik, die auch Kindern, Jugendlichen und allen, die mit Menschen arbeiten, erreichen.
Demnächst schreibe ich dazu etwas, bitte bleibe dran an meinem Blog.

Übrigens kann man/frau auch einfach mal eine Tasse Tee mit mir trinken (ein Espresso ist auch möglich!). Ich werde dazu feste Zeiten anbieten, die Du unter Aktuelles finden kannst.

PREISE

Längere Einzelgespräche haben ihren Preis bei einer bestimmten Zeitdauer, die auch mal variieren kann:
30 min. Beratung:    30€/pro Person
60 min. Begleitung:  70€
60 min. Coaching:    90 €; kostenfreies Vorgespräch
90-120 min. Visualisierung Deines Projektes: Hierzu erfährst Du mehr im persönlichen Gespräch oder Du lässt Dir das Info-Blatt zuschicken.
180 min. Supervidiertes Zwiegespräch für Paare (Einführung, Fragen und Antworten: 30 min; Zwie 120 min.; Schlussgespräch: 15 min. ; Pause: 15 min.): 225 € für beide zusammen. Eine Zusammenfassung der Methode „Zwiegespräch“ mit einer persönlichen Zusammenfassung unseres Gespräches kann auf Wunsch kostenfrei zugeschickt werden.

[Achtsamkeits-Coaching nach Bedarf und Absprache. Schreiben nach Impulsen von mir/bei mir fördert per se schon die Achtsamkeit. Wenn es das Thema Schreiben zum Inhalt hat, heisst es Schreib-Coaching. Wenn Texte mitgebracht werden und meine Ansicht zu diesen gefragt ist, handelt es sich um Text-Coaching. meist wird es eine Mischung aus beidem, da es in vielen Fällen um eine Schreibblockade geht.
Wer mit mir schreibt, bearbeitet Schreibhemmungen und -blockaden, wenn sie auftauchen.]

DIE KRÄHE

Schreiben gehört übrigens zu den schamanischen Disziplinen – wusstest Du das? Solche und andere ‚Weisheiten’ lehrte ich in der Frauenschreibschule KALLIOPE 1999-2018, in dem Modul: Therapeutisches Schreiben:

„Mein Inneres wird heute gesund sein,
Alles Fieber wird mich verlassen haben,
Wird weit fortgehen
Und meinen Kopf kühl lassen.“

(aus: Rudolf Kaiser: Indianische Heilkunst)

Die Krähe, die Du vielleicht auf meiner neuen Werbekarte gesehen hast, ist mein Krafttier.

Mit inspirierenden Grüßen

Herzlich,
Deine Monika (Hebamme der eigenen Stimme)