Blog

Der große Unterschied

von | 08. Jan 2019 | 0 Kommentare

Wenn ich höre, dass ich auf einem bestimmten Schulungsweg zu meiner Buddha-Natur gelange, dann ist das etwas ganz Anderes als zu erfahren, dass die Buddha-Natur immer da ist. Der große Unterschied.

Beide Ansätze scheinen nicht soweit voneinander entfernt zu sein: Denn beide Lehren finden sich im Zen, und im Zen geht es ohnehin stets darum zu praktizieren, also zu sitzen. Sich formaler Meditationspraxis hinzugeben. Beim ersten Ansatz höre ich jedoch eher den Mangel an Buddha-Natur bzw. an ausreichender Sitzpraxis. Beim zweiten Ansatz hingegen geht es mir so: Ich glaube es neuerdings. Ja, das gilt für mich und fuer alle Wesen gleichermaßen.
Wenn ich der Wahrheit dieses Satzes glaube, dann vertraue ich meiner Buddha-Natur. Das verändert alles. Wenn ich sie erkennen kann, dann erkennt ja Buddha-Natur Buddha-Natur. Ist das nicht hochgradig erstaunlich?
Ja, das ist es. Ich bin glücklicher, seit ich dies gehört und wahrgenommen habe. Wie ein Bleilot senkte sie sich auf den Grund meines/allen Seins, diese Erkenntnis, und warf ihren Anker. Mir will es scheinen, dass es leichter geworden ist, in einer schwierigen Situation, meine Ruhe schnell wieder herzustellen, indem ich das Aufgewühlte bemerke und es in die Weite entlasse. Da ich die Buddha-Natur habe, wird mir das schon gelingen, denke ich kurz.
Langsam begreife ich, was Aktualisierung sein könnte. Etwas ist da und schon immer da gewesen, muss/kann/darf aber noch aktualisiert werden. Etwas Intimes hat sich mir enthüllt: Wie ein zartes, süßes Geheimnis.
Nur, dass es im Eigentlichen kein Geheimnis ist.

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Mehr Artikel

Wählen – eine universale Perspektive

Wählen – eine universale Perspektive

Vor ein paar Tagen fiel es mir gleichsam wie Schuppen von den Augen: Welche Wesen sind in unseren Gesellschaften befugt, die politischen Vertreter*innen ihrer Interessen zu wählen? Und vor allem: Wer ist nicht befugt bzw. in der Lage dazu? Und dann fächerte sich das...

Sprache „to go“

Sprache „to go“

Wir beobachten eine seit Jahren zunehmende Verkürzungswut in der Sprache. Als hätten wir chronisch weniger Zeit, dürften weniger Raum als früher einnehmen. Als würden die Silben, wie bei den früheren Telegrammen, buchstäblich Geld kosten. Ich fand das immer furchtbar....

Tempel-News – 2. Halbjahr 2022

Tempel-News – 2. Halbjahr 2022

Liebe Sitzgruppenmitglieder, liebe Meditierende und Interessierte, liebe Freundinnen und Freunde, hier finden Sie/findet Ihr die nur aus den Überschriften und Terminen bestehende Kurzfassung: Zazen Mo-So, außer Donnerstag: 7-7:30 (ONLINE- Meistens Skype. Bitte...

Impressum

Datenschutz

Kontakt