Autobiographisches Schreiben (lernen) mit Monika Winkelmann Schreibfluss in Bonn. Schreibe dein Leben, kreativ und authentisch, überwinde Schreibblockaden

Autobiographisches Schreiben

Autobiographisch schreiben – Was ist das?

Was ist, wenn ich es nicht mag? Warum steht es am Anfang?

Erst einmal dies, zur Antwort: viele schreiben autobiographisch, ohne es zu wissen. Vielleicht mehr Frauen als Männer, obwohl sich dieser Sachverhalt durch Hans-Jörg Ortheil und Karl-Ove Knausgard gerade zu ändern scheint. Etwas vereinfacht gesagt, ist jeder Text, in dem das “Ich”, das identisch ist mit dem Autor, autobiographisch. Ist das “ich” nicht identisch mit der Autorin, könnte es sich um eine autobiographische Erzählung handeln: zwar wurde das eigene Leben als Grundlage genommen, der Autor hat es jedoch aus welchen Gründen auch immer, so verfremdet, dass weder er selber noch handelnde Personen in der Geschichte sich wieder erkennen können. Dieser letzte Fall, die fiktional angereicherte Autobiographie ist aus verschiedenen Gründen wichtig, aber ich möchte hier nicht darauf eingehen.

Man schreibt autobiographisch im Tagebuch, in Briefen, man erzählt und reflektiert über sich und die Welt und wie diese auf einen einwirkt.
Nicht wenige möchten ganz bewusst Erinnerungen festhalten, beglückende, schwierige, sehr krisenhafte. Vor allem ältere Menschen haben oft das Bedürfnis, für ihre Enkel*innen zu schreiben, manche auch für ihre Kinder oder den gesamten Familienkontext.
Ich habe Gruppenteilnehmer*innen kennengelernt die ich als Chronisten erlebte. Sie hatten ein deutliches Bedürfnis, Zeugnis abzulegen von der Geschichte ihrer Familie oder ihres eigenen Überlebens oder ihres Kollektivs oder wovon auch immer.

Dazu kommt, dass es Lyriker und Lyrikerinnen gibt, wie Mascha Kaleko, die ausgesprochen autobiographisch schreiben, denen der Schreibende sich auch anschließen könnte.

Uns ist HIER wichtig, zum Üben, kreativ sein oder weil wir es so intendieren, mit dem erzählenden Ich identisch zu sein. Uns interessieren auch keine Diskussionen darüber, innen oder außen, ob Erinnerungen der Wirklichkeit im Sinne von Wahrheit entsprechen. Es geht einzig darum, sich von dem Zensor/der Kritikerin/dem Richter oder Saboteur zu befreien, der mit großer Wahrscheinlichkeit dann erscheint, wenn die Schreibenden in die Zone der Wahrheit ihrer eigenen Geschichte vordringen. Man sollte es nicht glauben, aber ich kann es bezeugen: Dieser “Innere Saboteur’, so fasse ich jetzt einmal alle kritischen, zuweilen äußerst aggressiven, zerstörerischen Stimmen zusammen, hinderte viele überhaupt am Schreiben, bevor diese zu mir kamen! Es ist also gar nicht unüblich, dass erst einmal Einiges an seelischer Arbeit getan werden muss oder darf, je nach Standpunkt, bevor “frei von der Leber weg” erzählt werden kann.

Erwähnen möchte ich noch, dass von Zweien meiner Mentoren empfohlen wird, die eigene Lebenserzählung aufzuschreiben, am besten handschriftlich, bevor der nächste Schritt getan wird.

Das mag jede*r selbst für sich entscheiden.
Wer jedoch mit Schreibgruppen oder Therapiegruppen oder gar im 1:1-Verhältnis mit Klient*innen arbeitet oder arbeiten möchte, in denen es in irgendeiner Weise um das Erkennen von Schreibblockaden bzw. um Transformieren von Schreib- bzw. Ausdrucksblockaden geht, kommt nicht umhin, sich die eigene Lebenserzählung gründlich poetisch angeeignet zu haben.

Autobiographisches Schreiben wird auch im Kriegsenkel-Workshop angewandt, aber nicht ausschließlich.

Inhalt:

Allgemeine Einführung mit Literaturbeispielen. Erläuterung der bewährten Gruppen-Regeln sowie der Regeln des Kreativen Schreibens. Schreibspiele, poetische Kurzformen, Übung einiger autobiografischer Schreibmethoden. Erläuterung “Heilsame Resonanz”.
Am Nachmittag Schreiben eines längeren Textes, “Heilsame Resonanz” aus der Gruppe. Der Text kann ggf. ein Kapitel der Autobiografie sein bzw. der Beginn eines Kapitels.
Je nach Interessenlage und Zeit können Strukturierungsvorschläge für ein grösseres Werk gemacht werden.

Methoden:

Themenzentrierte Interaktion; Kreisgespräche und Dyaden/Dialog-Arbeit; Meditation, formal und frei; poesiepädagogische/-therapeutische Interventionen; interaktive, erlebnisfördernde Spiele; intermediale Arbeit. Ggf. Übungen aus der Konstellations-Arbeit. “Inneres-Kind”-Arbeit.

Transfer

Zielgruppe:

Alle, die sich angesprochen fühlen. Lust und Freude an Selbstreflektion und die Bereitschaft zu Offenheit werden vorausgesetzt. Schreiberfahrung wird nicht vorausgesetzt, ist aber auch kein Hindernis. Jede*R lernt von Jedem. Schreibprojekte können hier. weiterverfolgt werden.

Teilnehmer*innenzahl:
8 max, 4 min.

Ziele:

Träume verwirklichen (“Ich will schon lange ein Buch schreiben…), ES TUN! Integration von verschütteten bzw. erschütternden Erlebnissen, Widerfahrnissen. Ganzheit stärken durch erzählen und dichterisch fassen. Sich die eigene Widerstandskraft, Überlebens- und Lebensstrategien bewusst machen, das Leben feiern. Daseinsfreude erleben, die Schönheit der Texte erfahren, genießen. Den eigenen Beitrag zum Ganzen, Großen erkennen und würdigen. Tieferer Lebenssinn kann sich erschließen,
Frieden kommt auf.

Termine

22. September 202019:30 / 21:00

ONLINE – Kurze Formen üben mit Mascha Kaléko – Ein Leben in Gedichten, Briefen und Kürzestgeschichten

Online Termin Autobiographisches Schreiben / Kreatives Schreiben / Schreiben

Wenn es um 'Autobiographisches Schreiben' geht, traf ich immer wieder Schreibende, die sich zur Lyrik hingezogen fühlten und das Narrative eher scheuten. Dann erwähnte ich immer ...

Mehr

Blog

Geben – die erste Tugend

Geben – die erste Tugend

Eigentlich heißt es im Buddhismus nicht Tugend, sondern Vollkommenheit, und außerdem ist Tugend vielleicht nicht der treffende Begriff, sonst hätte man ihn ja gleich nehmen können. Mein Sprachgefühl und Menschenverstand sagen mir, nimm trotzdem „Tugend“, schließlich...

Gebete für Moria

Gebete für Moria

Wir haben heute Gebete geschrieben, Texte, die wir auch in einer Lesung auf dem Marktplatz zum Besten geben wollen. JOANA SALOMOM, Medizinstudentin, höheres Semester "Lieber Gott, täglich lebe ich hier, aufgewachsen im absoluten Wohlstand. Immer satt, immer warm,...

Schreiben oder Leben?

Schreiben oder Leben?

Diese Frage hat mich lange beschäftigt: Musste ich doch mein Leben irgendwie so einrichten, dass Schreiben darin einen festen Platz fand. Diese Frage wird Dich zwar nie zur Gänze verlassen, aber ich sehe an dem Beispiel vieler und bei mir selbst, dass es zu schaffen...

Keine Angst vor Buddha

Keine Angst vor Buddha

Ich erinnere mich, dass ich zu Beginn meiner Tätigkeit als „Bloggerin“ bei Ursache\Wirkung über das „Buddhistische Über-Ich“ schrieb: diese Instanz, die uns wie ein strenger Elternteil unter Druck setzt und uns unter Umständen zum Lügen verleitet. Nach den ungefähr...

Autobiographisches Schreiben (lernen) mit Monika Winkelmann Schreibfluss in Bonn. Schreibe dein Leben, kreativ und authentisch, überwinde Schreibblockaden
Meditation, interreligiös und interkulturell
 

Impressum

Datenschutz

Kontakt