Spendenaufruf zur Pilgerreise nach Sizilien und Calabrien Januar 2020

Bitte spendet für unser Herzensanliegen im Januar 2020: Jana und ich wollen eine Pilgerreise nach Sizilien und Calabrien machen und um die unzähligen toten Afrikaner, die während ihrer Flucht über das Mittelmeer umgekommen sind, trauern.

Unseres Wissens gibt es mindestens zwei Internationale Friedhöfe, und diese werden wir von Palermo bzw. Reggio Calabria aus aufsuchen und Formen des Gedenkens, Trauerns, Zeugnis Ablegens finden bzw. entstehen lassen. Schreiben wird eine wesentliche Verarbeitungsform sein, und wir habe vor, Euch an unseren Eindrücken, Reflexionen, Erkenntnissen, Fragen teilhaben zu lassen.

Bitte gebt und helft uns.
Ich bin Mitglied des Zen Peacemaker Ordens und seit 2011 dabei.

Bald lassen wir Euch mehr wissen.
Die Lage für unsere afrikanischen Schwestern und Brüder ist leider immer noch bedrückend, verheerend.

Wenigstens trauern möchten wir, eine Woche unseres Lebens in den Dienst des Zeugnisgebens stellen.
Danke für Ihr/Dein Zuhören

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Weggefährten!

SPENDENAKTION “DEN TOTEN ZUHÖREN” – DATEN UNTEN – 1000 DANK!

Einige von Euch wissen, dass wir im Jahr 2014 eine erste Pilgerfahrt auf die sizilianische Insel Lampedusa gemacht haben – ein Jahr nach dem schrecklichen Schiffbruch-Unglück vor den Ufern der Insel. Alle 500 Personen kenterten mit dem Boot auf ihrer Flucht über das Mittelmeer, auf der gefährlichsten Route, darunter viele Kinder, Babys, niemand konnte schwimmen – 49 konnten gerettet werden. Unsere Gruppe von 12 Europäern aus fünf Ländern zog es nach Lampedusa, mit nichts als Traurigkeit, Solidarität, Scham und – vor allem – mit einem offenen Herzen.

Wir saßen in der Stille auf dem Campingplatz, am Morgen, gingen gesammelt und im Gebet, lauschten Augenzeugen, wurden von Giacomo Sferlazzo und seinen Freunden unterstützt, die ein Museum mit den Fundstücken der verstorbenen Menschen errichtet hatten, gefunden in den Booten, an den Ufern. Ein Dialog mit Signora Nicolini, der ehemaligen Bürgermeisterin von Lampedusa, war möglich und herzerwärmend, und wir alle haben geweint, als wir Pasquale zuhörten, der uns mit seinem Schiff zu der Stelle auf dem Meer navigierte, an der das große Unglück passiert war. Wir haben das Vater Unser auf Italienisch, Holländisch, Belgisch, Englisch und Deutsch gebetet, und dann hat auch Pasquale geweint. Schon damals war es Fischern untersagt, Schiffsbrüchige zu retten. Viele hielten sich nicht daran, sie hatten mit Geldstrafen und Vorladungen zu rechnen. Was Pasquale empörte.

Da war so Vieles, das uns unter die Haut ging, und ich kann mich fast an jede einzelne Begegnung erinnern, sogar an einzelne, langsame Schritte auf der kleinen, beeindruckenden Insel, mit so vielen traumatisierten Bewohnern, dabei ohne jede psychologische Hilfe.

Am letzten Tag des Retreats haben wir die Zeremonie “Tor des süßen Nektar” gefeiert, und einige neue italienische Freunde waren mit dabei. Wir konnten von der leichten Erhöhung, auf der wir auf weißen Felsen saßen, rundherum das Meer sehen, und wieder haben wir geweint, als uns Mimmo, der Taxifahrer, auf dem Weg zum Flugzeug erzählte, wie er ein totes Baby gefunden hatte, am Strand.

Vor zwei Jahren fühlte ich mich wieder auf diese Insel gerufen, die sich mehr afrikanisch als italienisch fühlt, und vieles hatte sich verändert. Tourismus war wieder aufgeblüht, und man konnte die Flüchtlinge nicht im “Zentrum”, das wie ein Gefängnis wirkte, besuchen.  Hinter hohen Zäunen liegt es in einer Senke der Hinterlandschaft des Ortes Lampedusa, von Weitem kaum sichtbar, und ich durfte nicht am Tor stehen, wo ich große Laster sah und ein paar Afrikaner, hin- und hergehend.

Romeo und ich haben von den wenigen Insulanern gehört, die den meist jungen Afrikanern ihre Hilfe anboten, welche ohne Schuhe die Via Roma entlang liefen. Unser Gesprächspartner, der wunderbare Antonino, hat sie eingeladen, in seinen Laden der Kultur und Geschichte, um eine Dusche zu nehmen, frische Unterwäsche zu finden, einen Computer, um sich mit Verwandten zu unterhalten, etwas zu essen, eine Unterrichtsstunde in italienischer Sprache, eine warme Umarmung. Antonino, seine Freunde und der Priester waren die, die sich kümmerten. Das ist es, was Romeo und ich auf Fotos gesehen und erfahren haben. Auf der Insel schien es keinen Raum zu geben, in welchem Afrikaner sich treffen und einen Tee zusammen trinken könnten.

Seit dem letzten Jahr dachte ich hauptsächlich an die toten Afrikaner. Während eines Gottesdienstes in der Lukas-Kirche, Bonn, im März 2014, der in der Hauptsache von jungen Afrikanern gestaltet wurde, die sich nach Lampedusa retten konnten und dann in vielfältige europäische Länder geschickt wurden, stellte sich mir eine Frage, die bis heute nicht beantwortet wurde. Obwohl ich sie oft gestellt hatte:

 

WO KOMMEN DIE TOTEN HIN?

Die Mütter, ich habe mehr als einmal gehört von denen, die nach Deutschland kamen, wollen wissen:

Ist mein Kind am Leben?
Wenn es tot ist: Was ist passiert?
Ist mein Kind begraben worden?
Wo?

Wir suchen Antworten und machen uns auf! Wir wollen DEN TOTEN ZUHÖREN!

DRITTE PILGERREISE ZU INTERNATIONALEN FRIEDHÖFEN IN ARMO UND TARSI, SÜDITALIEN
Ein Schreib-Projekt mit drei Frauen, das sich auf die drei Grundsätze der Zen-Peacemaker stützt:

Nicht-Wissen
Zeugnis Ablegen
Handeln

Datum der Pilgerreise: 14-21 Januar 2020

Wir fliegen nach Palermo, sehen uns ein Flüchtlings-Projekt an, nehmen ein Auto nach Reggio Calabria, verbringen ein paar Tage am ersten Friedhof und fahren dann nach Tarsi, einem Ort mit einem ehemaligen Gefangenen-Lager für jüdische Menschen im Zweiten Weltkrieg.
Mit unserem Vorhaben und während unserer Reise möchten wir den Italienern auch für ihre immensen integrativen Bemühungen danken sowie die Schönheit des Landes und den enormen Kummer seiner Bewohner auf uns wirken lassen! Täglich werden wir schweigend spazieren gehen und auf den Friedhöfen meditieren, schreiben, Italienern zuhören und uns von ihnen inspirieren lassen.

Wir möchten Euch teilhaben lessen. Wenn wir zurückgekehrt sind, werden wir eine Ausstellung und mindestens eine oder mehrere Lesungen organisieren.
Ich, Monika Winkelmann,  bin 67, arbeite immer noch in meiner Berufung als Poesietherapeutin, Seminarleiterin, Meditationslehrerin, bin in verschiedenen ehrenamtlichen Initiativen engagiert, manche habe ich auch mitgegründet, wie “weltoffen – Netzwerk für Flüchtlinge” und “IFN-Interreligiöses Friedens-Netzwerk”. Außerdem steht die Tür zu meinem “Kleinen Tempel” offen zum Innehalten, Meditieren, Sich-Aussprechen, Feiern und zum Üben der Kunst des Lebens und Sterbens, wozu Zen, Buddhismus und andere Weisheitslehren uns anregen.

Bitte, unterstützt mich und mein Herzensanliegen und tragt damit  zu einer außergewöhnlichen Pilgerfahrt bei! Trauert mit uns über die toten Afrikanerinnen und Afrikaner und ihre geliebten, zurückgelassenen Familien, ihre Heimat!

Ich möchte für die Perlen meiner Gebetskette sammeln, mit Deinem Namen versehen, und diese auf der Reise mit mir tragen.

Wir werden in dieser Woche ganz einfach leben und uns wie moderne Nonnen verhalten: mit unserem Job, Haushalt, aber doch voll engagiert.

Für Jana und Laura wird dies ihr erstes Friedensstifter-Erlebnis sein.
Für mich mein dreizehntes. Dennoch ist es immer komplett frisch, neu.
Ich bin so froh, dass Du bis jetzt gelesen hast, und so dankbar.

Du kannst auch ganz kleine Spenden geben und auf mein Konto überweisen:

Sparkasse Köln/Bonn
IBAN DE55 3705 0198 0032 9013 40

Listening to the Dead – Bearing Witness Pilgrimage – youtube Video

Alle Spenden werden mit Freude entgegen genommen, sorgsam verwendet werden und nur den Geflüchteten zugute kommen.

Wenn Du selber geflüchtet bist, dann kannst Du uns auch gerne Namen von verstorbenen Freunden mitgeben, Gebete, Fotos oder kleine Gegenstände. Wir machen dann ein Foto und lassen es Dir zukommen. Dafür brauchen wir Deinen kompletten Namen und eine Email-Adresse.

Wir würden uns freuen, Dich mit auf unsere Reise zu nehmen!

Mögen alle Wesen von unserem Vorhaben liebevoll berührt werden, mögen sie aufatmen, Zuflucht finden mit allem, was sie benötigen.

Termine

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